An allen Fronten:
Lili Marleen & Lale Andersen

von und mit Gilla Cremer
Klavier/Akkordeon: Gerd Bellmann

Regie: Brigitte Landes
Bühne und Kostüm: Hannah Landes

Koproduktion:
Theater Unikate - Gilla Cremer mit dem Theater Wolfsburg und den Hamburger Kammerspielen Uraufführung: 18.9.2010


PRESSE:

Berührende Zeitreise
Gilla Cremers großartiger Lili Marleen“-Abend an den Kammerspielen

Es ist ein Abend, der Freude macht und gleichzeitig zu Tränen rührt. Die großartige Gilla Cremer führt an den Kammerspielen in ihrem neuen Programm “An allen Fronten: Lili Marleen und Lale Andersen“ durch das bewegte Leben des Weltstars. Eine Zeitreise von beglückender Intensität.

Gebannt und fasziniert erleben die Zuschauer die Stationen einer einzigartigen Künstlerkarriere, die untrennbar verbunden ist mit einem Lied, das 1939 um die Welt ging: Lili Marleen“, das Durchhaltelied des Soldatensenders Belgrad, die Schlagerhymne des Zweiten Weltkriegs, die Freund und Feind begeisterte. Ob Gilla Cremer das Schicksal der modernen Frau nachzeichnet, die sich entscheiden muss zwischen ihrer großen Liebe zu dem Schweizer Musiker Rolf Liebermann und ihrem geliebten Beruf, ob sie die Furcht der Frau auf Fronttour oder das Elend der Sängerin unter der Nazi-Diktatur wachruft:

Die hinreißende Schauspielerin, die in ihrem Solo viele unterschiedliche Rollen verkörpert, und ihr musikalischer Begleiter Gerd Bellmann überzeugen vom ersten bis zum letzten Ton.
(Hamburger Morgenpost)



Beifall für Lili Marleen
Bravourstück geliefert


Am Ende gab es Bravo- Rufe und stehende Ovationen für Gilla Cremer, die über zweieinhalb Stunden als Lale Andersen An allen Fronten“ (Regie: Brigitte Landes) brilliert hatte: Das Publikum feierte eine Schauspielerin, die vom ersten Moment an in ihrer Authentizität berührte und ein darstellerisches Bravourstück lieferte. Mit ihrem Pianisten Gerd Bellmann, der zugleich den männlichen Gesangspart gibt und auch zum Akkordeon greift, geht Gilla Cremer auf Spurensuche, blättert das Leben einer eher durchschnittlichen Sängerin auf, die mit einem einzigen Lied – und auch das mehr durch Zufall – weltberühmt wurde: Während des Krieges war Lili Marleen“ die Erkennungsmelodie des Soldatensenders Radio Belgrad, wurde später in unzähligen Versionen immer wieder neu interpretiert. Gilla Cremer gelingt in sprühender Eleganz und packender Dramatik ein spannend unterhaltsames Wechselspiel. Sie verdeutlicht alle Facetten der widersprüchlichen Künstlerin Lale Andersen (1905 bis 1972), die ihre drei Kinder für ihre Karriere im Stich ließ.


Die alle Höhen und Tiefen erfahren musste durch ihre Liebe zum jüdischen Komponisten Rolf Liebermann, im Nazi-Deutschland auf dem Gipfel ihres Ruhmes mit Auftrittsverbot belegt wurde und nach dem Krieg ein tolles Comeback startete.
(WAZ)

Wo endet die Unschuld eines Liedes?
Brigitte Landes beschenkt das Kammerspiele-Publikum mit einem Lale-Andersen-Abend und Gilla Cremer in der Titelrolle


Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg - so ein Name ist nicht gerade förderlich für ein hochgestecktes Lebensprogramm. Lale Andersen dagegen klingt gut. Um sie geht es in dem Schauspiel mit Musik von Gilla Cremer, das an den Kammerspielen zu Recht bejubelt wurde. "An allen Fronten Lili Marleen & Lale Andersen" heißt der Titel dieser Uraufführung so sachlich wie zutreffend, denn "Lili Marleen", das "Lied eines jungen Wachtpostens", wurde zum Soldatenhymnus schlechthin und machte Lale Andersen weltberühmt.
Ehe Gilla Cremer im Matrosenanzug die Bühne betritt, ihr erstes Lied, "Das Meer", singt, wird in einem Prolog die Geschichte des Schlagers "Lili Marleen" erzählt, der noch heute an allen Fronten gesungen wird. Und schon in diesem Vorspiel zeigt sich die Qualität der Inszenierung von Brigitte Landes, die sich nicht begnügt, mit der fabelhaft singenden und spielenden Gilla Cremer und ihrem kongenialen Musikerkollegen Gerd Bellmann an Flügel und Akkordeon historisch genau die Geschichte der Lale Andersen zu erzählen. Von Anfang wird die Gefährdung, die Bedrohung der Künstlerin durch persönliche Lebensentscheidungen und politische Zeitläufe spürbar. Der unbändige Wille einer jungen Frau, die mit 17 Jahren heiratet, Mann und drei kleine Kinder, das jüngste ist sechs Wochen alt, verlässt, um sich selbst am Theater zu verwirklichen, ist verknüpft mit einer bitter überschatteten Liebesgeschichte und dem Drahtseilakt, auch im Dritten Reich auftreten zu können, ohne sich innerlich zu verbiegen. Zwischen Sorglosigkeit, mitläuferischer Anpassung und gewitztem Aushebeln des Verbots, "Lili Marleen" in Konzerten zu singen, findet Lale Andersen Wege, sich zu retten.
Mit ganz wenigen Requisiten (Bühnenbildnerin Hannah Landes benötigt lediglich eine Laterne, ein altes Grammofon, Uniformbündel), vielen Liedern und reichen schauspielerischen Mitteln lässt Gilla Cremer die Persönlichkeit Lale Andersens vor uns entstehen, ohne sie zu kopieren. Innerlich angerührt, doch nie larmoyant, allein mit ihrer Stimme komisch oder auch Furcht einflößend andere Personen charakterisierend, tauchen wir fasziniert mit ihr ein in die Biografie von Lale Andersen.
(DIE WELT)