Gilla Cremer führt den Zuschauer durch Stationen aus dem Leben der Knef, spielt, erzählt, tanzt, und singt sich durch die Höhen und Tiefen dieser aussergewöhnlichen Biographie.

So oder so -
Hildegard Knef

von und mit Gilla Cremer

Regie: Hartmut Uhlemann
Klavier: Gerd Bellmann
Kostüm: Anette Schröder
Maske: Anja Bissinger
Best Girl: Uschi Mierzowski
Premiere: 3. November 2004 St. Pauli Theater Hamburg



“So oder so" - ist eine Liebeserklärung an eine vielseitig begabte Künstlerin, eine wirkliche Entdeckungsreise für alle, die "die Knef" als Klatsch- und Schlagertante verbucht hatten, ein bewegender Abend für ihre Verehrer und eine ungewöhnlich unterhaltsame Lektion in deutscher Geschichte.

Frau Knef, wie viele Koffer haben Sie in Berlin?
War Hollywood die Erfüllung Ihrer Träume?
Hatten Sie ein Verhältnis mit Gregory Peck? Mit Henry Miller? Mit Boris Vian?
Träumen Sie manchmal von Ihrer Kriegsgefangenschaft?
Unsere Hilde ist auf dem Gipfel – der "Geschenkte Gaul", ein Welt-Bestseller- wie geht es jetzt weiter? Ihr Leben ist wie eine Achterbahn – wird Ihnen nie schwindelig?
Sie sind die am meisten veröffentlichte Deutsche der vergangenen Jahre. Kaiserschnitt, Brustkrebs, Ehekrach, Face-Lifting, da gab es nichts was geheim blieb. Haben Sie die Publizierung dieser Krisen nicht selbst betrieben? Warum legen Sie ihr Herz auf den Tisch so hungriger Leute? Kochen Sie gern?
Leiden Sie immer noch an Lampenfieber? Sie wurden 54 Mal operiert, standen drei Mal kurz vorm Exitus - Sind Ihre Krankheiten psychisch bedingt?
Sind Sie immer noch Die Sünderin?
Kann man annehmen, dass Sie keine gute Mutter waren?
Glauben Sie noch daran, dass rote Rosen einfach so vom Himmel regnen?
Ich will alles oder nichts- Haben Sie das bei dem Rocksänger Jim Morrison abgeschrieben oder er bei Ihnen? Sind Sie immer noch Die wilde Hilde?
Man sagt, Sie hätten unterm Nerz ein Maschinengewehr?
Sind Sie nicht zu alt dafür?
Sie haben 54 Filme gedreht, über 100 eigene Chansons herausgebracht, Auszeichnungen und Preise erhalten, Bestseller geschrieben – Sie sind pleite, ein Weltstar lebt von Armenhilfe – Hildchen, wie konnte das passieren?
Sind Sie glücklich darüber, nur einen Busch weit entfernt von Ihrem Freund Willy Brandt in Ihrer Heimatstadt Berlin begraben zu liegen?
Möchten Sie unseren Lesern und Leserinnen noch einen Rat mit auf den Weg geben?
Woher nehmen Sie Ihre unglaubliche Kraft? Wie halten Sie sich fit?
“Ich jogge nicht, ich laufe Amok.“



PRESSE:

Am Ende regnete es Rosen
Sensationssolo - Gilla Cremer gelang mit ihrem starken Auftritt als Hildegard Knef ein großer Erfolg.

Jeder glaubt, "unsere Hilde" zu kennen. Hinter das oberflächliche, von der Klatschpresse geprägte Bild blickt die Schauspielerin Gilla Cremer in ihrem beeindruckenden Solostück über einen deutschen Star, der eigentlich nie ein richtiger Star war. Sie entwirft in "So oder so - Hildegard Knef" am St.-Pauli-Theater das vielschichtige Porträt einer hinter offensiver Stärke zutiefst verletzlichen Frau, die das Glück in ihrem Lied "Für mich soll's rote Rosen regnen" so unvergleichlich beschworen hatte und dennoch alle Höhen und Tiefen des Lebens durchmachen musste... Gilla Cremers packende Leistung honorierte das zu Tränen gerührte und ehrlich begeisterte Premierenpublikum mit reichlich Ovationen.
(HAMBURGER ABENDBLATT)

Umjubelte Premiere - Gilla Cremer spielt Hildegard Knef
Aus "zwei Stühlen eine ganze Welt zaubern" - es sind die Besten der darstellenden Kunst, die dies können. Gilla Cremer ist eine von ihnen. Für ihren Soloabend "So oder so - Hildegard Knef" wurde sie im St. Pauli-Theater vom Premierenpublikum, darunter Knef-Witwer Paul von Schell, bejubelt - am Ende regnete es rote Rosen.
Gehen Sie hin, Sie werden sie lieben - die Knef und die Cremer.
(HAMBURGER MORGENPOST)

Für Dich soll's rote Rosen regnen
Aus Interviews, Gedichten, Schlagzeilen und dem Weltbestseller "Der geschenkte Gaul" hat Gilla Cremer eine dichte, ja zwingende Collage zusammengestellt. Eine mit viel Musik... Es ist faszinierend, wie Gilla Cremer zweieinhalb Stunden lang mit der Knef altert: Sie ist das junge Mädchen, das beim Großvater durch den Garten tollt, sie ist die gefeierte Diva, die als UFA-Star Nummer eins im Nerzmantel quer durch die Republik komplimentiert wird, sie ist die gebeugte alte Dame, versteckt unter viel zu großer Hutkrempe und noch größerer Sonnenbrille, die kurz vor dem letzten Vorhang den Sinn und Zweck des menschlichen Lebens und Leidens auf die vielleicht wichtigste Frage herunterbricht: Wenn du abtrittst, dann zählt nur eines: Wie viele Menschen waren glücklich, dass du gelebt hast.
(DIE WELT)

Gilla Cremer besorgt sich Abwechslung durch die irisierende Unterschiedlichkeit ihrer Bühnenfiguren. Immer ist sie dabei auf der Suche nach der wahren Identität der vorgestellten Frauen. Sie beschreitet einen schmalen Grat zwischen Einladung zur Identifikation und Ausstellungsstück. Sie seziert bei lebendigem Leibe, und man sieht atemlos zu. Man klebt an ihren Lippen, wenn sie Knefs Erinnerungen an die letzten Kriegstage gradezu nüchtern spricht.
Gilla Cremer schafft es, ihre Protagonistinnen zu entblößen, ohne ihnen die Haut abzuziehen. Höchst verantwortungsbewusst, akribisch und intelligent.(TAZ)